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Rezensionen
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Bücher
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Geschrieben von Claudia Hillebrandt
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Sunday, 08 February 2009 |
"Ruhm" zu lesen ohne es mit der "Vermessung der Welt" zu vergleichen, ist schwer möglich. Glücklicherweise ist dies auch nicht nötig, denn "Ruhm" erweist sich in jeder Hinsicht als Gegenstück zu Daniel Kehlmanns Mega-Romanerfolg von vor vier Jahren. In neun Geschichten präsentiert uns der Autor hier dezidiert einen Roman: Ein interessantes erzähltechnisches Experiment, das nicht vollends geglückt erscheint, aber gerade dadurch das große Potential seines Autors enthüllt. |
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Bücher
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Geschrieben von Alena Diedrich
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Tuesday, 22 January 2008 |
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Nach Herbert Hindringers Debüt „biete bluterguss & suche das weite“ (2003) übt sich der gebürtige Passauer nun im Vierteltakt lyrisch bedruckter Seiten. Mit „Distanzschule“ ist es Herbert Hindringer erneut gelungen, in seinen Gedichten das alltägliche Grau zum Leuchten zu bringen. „In den Pfützen schwimmt Benzin / Schillernd wie ein Regenbogen“ schreibt Hindringer mit Reinhard Mey und auch Hindringer gehört irgendwie zu den Liedermachern seines Genres. Doch ist es nicht Mey, der sich wie ein roter Faden durch die Zeilen zieht, vielmehr sind es oft leonhard-cohensche oder bob-dylaneske Bilder, die Hindringers sprachlicher Minimalismus heraufbeschwört: „wie flüchten mit dem letzten liter / benzin im tank noch den sonnenuntergang erreichen / es ist nicht wie weinen, es ist viel weniger / als das, es ist das letzte lied des tages“. |
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Bücher
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Geschrieben von Claudia Hillebrandt
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Saturday, 05 January 2008 |
Man könnte dieses Buch als Mischung aus Ecos "Der Name der Rose" und den Märchen aus tausendundeiner Nacht bezeichnen. Und hätte damit einerseits etwas über das Lesevergnügen ausgesagt, das der historische Roman des türkischen Nobelpreisträgers Pamuk bereitet. Andererseits hätte man aber die Besonderheit von "Rot ist mein Name" eigentlich verfehlt, das zugleich Kriminalroman, Liebesgeschichte, legendarische Erzählung ist. Und ein kluger Kommentar zum Verhältnis von Orient und Okzident, der Polarisierungen vermeidet, stattdessen Gemeinsamkeiten in der Tiefenstruktur beider kultureller Systeme aufdeckt. |
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Bücher
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Geschrieben von Alena Diedrich
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Thursday, 13 September 2007 |
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 Dirk von Petersdorffs Gedichtband „Die Teufel in Arezzo“ steht unter dem leuchtenden Stern des Franziskus von Assisi. In gereimter Liedform schildert Petersdorff sechs Begebenheiten aus dem Leben des Heiligen, der an ihn gerichtete Erwartungen scheinbar nebenbei auf der Durchreise erfüllt: Auf dem Weg des Franziskus ist „alles bestens, alles easy“. Er vollzieht ein Quellwunder, zähmt den Wolf von Gubbio oder „macht schnell den Text“, der eine Schar düsterer Dämonen vertreiben kann. Dabei wird Franz von Assisis Formel zur Teufelsvertreibung in eine gebundene Sprache überführt: Es wird zur Leistung eines Dichters, mit den richtig gewählten Worten die Teufel aus dem inneren Arezzo zu vertreiben. |
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Bücher
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Geschrieben von Alena Diedrich
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Sunday, 26 August 2007 |
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 Zwei blondlockige Kinder vor Stromleitungen, auf denen Schwalben sitzen, und ein blauer Himmel zieren das Cover des ersten langen Prosatextes Dirk von Petersdorffs. Es sind die Zwillinge Max und Luise, von deren ersten Lebensmonaten das neue Buch „Lebensanfang“ handelt. Auf sehr ehrliche und klischeelose Weise sowie in gewohnt lyrischer Sprache zeichnet Petersdorff ein liebevolles Bild seiner jungen Familie, bestehend aus dem Erzähler, seiner Frau Sandra und den beiden Zwillingen. Er beschreibt sehr anschaulich „wie schwierig der Anfang ist, wie mühsam man vorankommt, wie lange einer lernen muss und wie die Dinge sich sperren. Am Anfang bekommst du nicht einmal einen Daumen und Zeigefinger um einen Bauklotz." |
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Bücher
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Geschrieben von Alena Diedrich
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Sunday, 26 August 2007 |
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 Mit „Die unsichtbaren Städte“ verfasste Italo Calvino 1972 einen Reiseroman der besonderen Art: Auf nur 191 Seiten entführt er uns in eine Phantasiewelt, wie sie größer nicht sein könnte. In einer Art Märchenzyklus wie aus tausendundeiner Nacht lässt Calvino einfallsreiche Miniaturen orientalischer Phantasie-Städte entstehen, die von einer knappen Rahmenhandlung zusammengehalten werden. |
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Film
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Geschrieben von Claudia Hillebrandt
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Monday, 13 August 2007 |
Daphne Du Mauriers Roman "Rebecca" lebt von seiner Ich-Erzählerin: Die junge, namenlose Frau kämpft einen aussichtslos erscheinenden Kampf gegen die Vergangenheit, gegen ebenjene Rebecca, die erste Frau ihres frisch angetrauten Ehemannes, des englischen Adligen Maxim de Winter. Rebecca, die durch einen Segelunfall ums Leben kam, war in jeder Hinsicht das Gegenteil ihrer Nachfolgerin: Schön, weltgewandt, selbstbewusst und charmant. So ist das Leben als neue Mrs de Winter ein Alptraum für die junge Frau. Kongenial hat Alfred Hitchcock die Romanvorlage in einen Film verwandelt, der die unheimliche Athmosphäre auf Schloss Manderley filmisch perfekt wiedergibt. |
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Bücher
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Geschrieben von Claudia Hillebrandt
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Sunday, 12 August 2007 |
Die Liste ihrer Ehemänner und Liebhaber liest sich wie ein "Who is who" der künstlerischen Avantgarde des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts: Alma war die Witwe des Komponisten Gustav Mahler, ließ sich vom Bauhaus-Gründer Walter Gropius scheiden und heiratete in dritter Ehe den emphatisch-expressionistischen Dichter Franz Werfel. Ihr erster Verehrer war Gustav Klimt, ihr erster Liebhaber der Komponist Alexander von Zemlinsky, eine langjährige leidenschaftliche Affäre hatte sie mit Oskar Kokoschka. Liest man Oliver Hilmes' Studie über Almas Leben, fragt man sich allerdings unwillkürlich: Wieso eigentlich? Wie ist es dieser femme banale gelungen, einige der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des frühen zwanzigsten Jahrhunderts an sich zu binden? |
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Bücher
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Geschrieben von Hanna Stegbauer
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Tuesday, 26 June 2007 |
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 Für seinen Debütroman erhielt Jan Faktor 2005 den Alfred-Döblin- Preis - wie meistens, wenn es um Literatur und Wertung geht, keine unumstrittene Entscheidung. Zu einem Sensationserfolg ist das Buch, das eine Zeitlang immerhin die Aufmerksamkeit von Kritik und Publikum erregt hat, letztlich nicht geworden. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick auf ein bemerkenswertes und vielleicht nicht hoch genug geschätztes Werk. |
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Bücher
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Geschrieben von Hanna Stegbauer
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Wednesday, 11 October 2006 |
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Manche Bücher lassen einen erst einmal stutzen: Dieser russische Roman, entstanden zwischen 1963 und 1965, ist eines der ganz wenigen Werke (von der Kinderliteratur einmal abgesehen), in denen die Geschichte konsequent aus der Perspektive eines Tieres erzählt wird. Ruslan ist ein Wachhund, abgerichtet zur Arbeit in einen stalinistischen Gefangenenlager, erzogen zu Schärfe und nie erlahmendem Misstrauen gegenüber den Häftlingen. Sein „Dienst“ ist sein Lebensinhalt und alles, was er kennt. |
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CD
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Geschrieben von Claudia Hillebrandt
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Saturday, 30 September 2006 |
Eine Mischung aus Max Raabe und Georg Kreisler? Wer sich das nicht vorstellen kann, der sollte zu "Morphium" greifen. Auf ihrer dritten CD zelebrieren Ulrich Tukur und seine drei Rhythmusboys die Nachtseite des Schlagers der zwanziger und dreißiger Jahre. |
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